Dr. Xiaoqiu Li besuchte uns am 3. Oktoberwochende. Am Freitag wiederholten wir das Herz-Quigong vom letzten Jahr. Dr. Li half uns, die einzelnen Übungen in ihren Abläufen zu optimieren und ermöglichte uns so auf die Feinheiten achten zu können. Wichtig dabei ist, auf unsere Haltung zu achten: Den Bauchnabel einziehen und das Becken absenken!
Samstag und Sonntag lernten wir bei Meister Li dann das Lungen-Quigong. Er zeigte uns wie der Lungen-Meridan verläuft und wie er in Beziehung mit dem Dickdarm-Meridian steht. So lernten wir auch die Bedeutung der Lunge als einziges Yin-Organ kennen,  das mit der Außenwelt in Kontakt steht. Im Frühjahr und Herbst stärkt das Lungen-Quigong unsere Abwehrkräfte. 
Die 8 Übungen beginnend mit der Übung "Trockenduschen des ying xiang" bis zum Abschluss "Die Wildgänse fliegen in den Himmel" forderten unsere ganze Aufmerksamkeit. Wir übten fleißig die ungewohnten Bewegungen und Dr. Li unterstützte uns geduldig dabei. So zeigte er erst die Armbewegugen und dann die Schritte oder umgekehrt. Im Verlauf der Übungen "Das Boot ruhig über das Wasser rudern" und "Das Kind lernt Wäsche waschen" werden vor allem Bewegungen der Arme, Handgelenke, Hände und des Kopfes betont. Die wringenden Bewegungen verbessern die Durchlässigkeit der Meridiane nach dem Prinzip: Tong bu toñg = Durchlässigkeit kein Schmerz.
Die richtige Ausführung der Übung "Mit einer Hand den Himmel stützen" zeigte uns Dr. Li in vielen kleinen Schritten. Es war schwierig, die Drehungen und Streckungen von Hände, Rumpf, Hüfte und Füße zu koordinieren. Faziniert beobachten wir immer wieder neu wie elegant Dr. Li uns diese Übung vorführte und uns so korrigierte. Dieser Idealvorstellung folgend schraubten wir uns unermüdlich in den Himmel.
Beuge- und Drehbewegungen im Hüftgelenk und im Rumpf fördern die Verbindungen unseres Nieren-Meridians.  Mit den Streckbewegungen im Hüft- und Fußgelenk kräftigen wir unseren Milz-Funktionskreis. 
Bei der Übung "Spiele die Pipa" erfuhren wir, dass das Halten dieses imaginären Seiteninstrumentes auch eine typische Haltung im Taijiquan ist, die uns zu einem stabilen Stand verhilft.
Schließlich bekamen wir noch ein Bild: Wie ein Baum durch seine Blätter Kontakt mit der Außenwelt aufnimmt, atmet oder assimiliert,  so ist unsere Lunge unser Organ zur Außenwelt. Den Baumstamm ordnete Dr. Li der Milz zu und die Wurzeln unseren Nieren.
Gut, dass wir uns jetzt rechtzeitig mit dem Lungen-Quigong auf den Winter vorbereiten können. Nach Dr. Li ist Prävention ein zentrales Ziel des Quigong. 
Wir bedanken uns bei Dr. Li für seine Geduld und die Eleganz mit der er uns die 8 Übungen zeigte und freuen uns darauf, ihm im nächsten Jahr unsere Fortschritte zeigen zu können.