Historie

Über die Jahre, die der Tai Chi Verein Taunusstein nun bereits beteht, ist viel geschehen. Kurze Berichte über Veranstaltungen finden Sie in nun folgend.

Bereits zum 4. Mal hat der Tai Chi Verein Taunusstein e.V. vom 18.09. bis zum 20.09.2020 ein Qigong-Seminar mit Dr. Xiaoqiu Li ausgerichtet. Nach der 15-teiligen Form zur Pflege des Lebens und der Herz- und Lungenform, die in den vergangenen Jahren präsentiert wurden, lehrte er am Wochenende das Muskel- und Knochen-Qigong. Der Verein freut sich, dass er dieses Jahr trotz der besonderen Bedingungen das Seminar anbieten konnte. Selbst für Meister Li, der dazu extra aus Österreich anreiste, war es das erste in diesem Jahr und er machte klar, wie glücklich er sei, wieder in einer Gruppe unterrichten zu können. Aufgrund des guten Wetters fanden die Unterrichtseinheiten an allen drei Tagen unter freiem Himmel statt, was das Einhalten von Abstand und Hygieneregeln für alle erleichterte. Frau Gudrun Lück-Haberland, die Qigong-Lehrerin des Vereins, scheute wie jedes Jahr gemeinsam mit dem Vorstand keine Mühe, um alle Teilnehmer und den Meister bestens zu betreuen. Die Übungen der Qigongform waren wie immer sehr anspruchsvoll. Doch die Erklärungen von Dr. Xiaoqiu Li ermöglichten ein tiefes Verständnis der Zusammenhänge von Körper, Geist und Qi. Auf anschauliche Weise, die alle begeisterte, vermittelte er das Wissen um die bei dieser Trainingsform stimulierten Meridiane und Akupunkturpunkte. Der Tai Chi Verein hofft auch in den kommenden Jahren wieder herausragende Lehrkräfte nach Taunusstein einladen zu können, um allen Interessierten die Möglichkeit zu geben die faszinierende Kunst des Tai Chi und Qigong zu erlernen oder zu vertiefen.

Von der stetige Fortbildung der Kursleiter im Tai Chi Verein Taunusstein profitieren alle Mitglieder.  Stefanie Keil hat nun die Prüfung zur Qigong-Kursleiterin beim Deutschen Sportbund (DOSB) erfolgreich bestanden. Die über mehrere Monate andauernde Fortbildung hat Stefanie in ihrer Freizeit absolviert.

Im 25. Jahr seines Bestehens ist der Tai Chi Verein Taunusstein vom Turngau Mitteltaunus mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet worden. Sabine Gubo, die Vorsitzende, nahm die Urkunde aus der Hand des Vorsitzenden des Turngaus, Frank Stübing (auf dem Bild links) entgegen. Es gratulierten auch der Vorsitzende des Sportkreises Rheingau-Taunus, Manfred Schmidt, und Landrat Frank Kilian (auf dem Bild rechts). Zudem wurde Sabine Gubo für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Vorstand des Tai Chi Vereins mit der silbernen Ehrennadel des Turngaus ausgezeichnet.

Dr. Xiaoqiu Li besuchte uns am 3. Oktoberwochende. Am Freitag wiederholten wir das Herz-Quigong vom letzten Jahr. Dr. Li half uns, die einzelnen Übungen in ihren Abläufen zu optimieren und ermöglichte uns so auf die Feinheiten achten zu können. Wichtig dabei ist, auf unsere Haltung zu achten: Den Bauchnabel einziehen und das Becken absenken!
Samstag und Sonntag lernten wir bei Meister Li dann das Lungen-Quigong. Er zeigte uns wie der Lungen-Meridan verläuft und wie er in Beziehung mit dem Dickdarm-Meridian steht. So lernten wir auch die Bedeutung der Lunge als einziges Yin-Organ kennen,  das mit der Außenwelt in Kontakt steht. Im Frühjahr und Herbst stärkt das Lungen-Quigong unsere Abwehrkräfte. 
Die 8 Übungen beginnend mit der Übung "Trockenduschen des ying xiang" bis zum Abschluss "Die Wildgänse fliegen in den Himmel" forderten unsere ganze Aufmerksamkeit. Wir übten fleißig die ungewohnten Bewegungen und Dr. Li unterstützte uns geduldig dabei. So zeigte er erst die Armbewegugen und dann die Schritte oder umgekehrt. Im Verlauf der Übungen "Das Boot ruhig über das Wasser rudern" und "Das Kind lernt Wäsche waschen" werden vor allem Bewegungen der Arme, Handgelenke, Hände und des Kopfes betont. Die wringenden Bewegungen verbessern die Durchlässigkeit der Meridiane nach dem Prinzip: Tong bu toñg = Durchlässigkeit kein Schmerz.
Die richtige Ausführung der Übung "Mit einer Hand den Himmel stützen" zeigte uns Dr. Li in vielen kleinen Schritten. Es war schwierig, die Drehungen und Streckungen von Hände, Rumpf, Hüfte und Füße zu koordinieren. Faziniert beobachten wir immer wieder neu wie elegant Dr. Li uns diese Übung vorführte und uns so korrigierte. Dieser Idealvorstellung folgend schraubten wir uns unermüdlich in den Himmel.
Beuge- und Drehbewegungen im Hüftgelenk und im Rumpf fördern die Verbindungen unseres Nieren-Meridians.  Mit den Streckbewegungen im Hüft- und Fußgelenk kräftigen wir unseren Milz-Funktionskreis. 
Bei der Übung "Spiele die Pipa" erfuhren wir, dass das Halten dieses imaginären Seiteninstrumentes auch eine typische Haltung im Taijiquan ist, die uns zu einem stabilen Stand verhilft.
Schließlich bekamen wir noch ein Bild: Wie ein Baum durch seine Blätter Kontakt mit der Außenwelt aufnimmt, atmet oder assimiliert,  so ist unsere Lunge unser Organ zur Außenwelt. Den Baumstamm ordnete Dr. Li der Milz zu und die Wurzeln unseren Nieren.
Gut, dass wir uns jetzt rechtzeitig mit dem Lungen-Quigong auf den Winter vorbereiten können. Nach Dr. Li ist Prävention ein zentrales Ziel des Quigong. 
Wir bedanken uns bei Dr. Li für seine Geduld und die Eleganz mit der er uns die 8 Übungen zeigte und freuen uns darauf, ihm im nächsten Jahr unsere Fortschritte zeigen zu können.

Zum zweiten Mal besuchte Meister Li Xiaoqiu den Tai Chi Verein Taunusstein. Seit seinem Seminar im letztem Jahr hatten wir fleißig die 15-teilige Daoyin-Übung zur Lebenspflege im Verein geübt und waren gespannt auf die Anregungen vom Meister. Er zeigte den Kursteilnehmern Feinheiten und erklärte deren Bedeutung. So lernten sie die drei Schätze in der Daoyin-Übung jing – qi – shén kennen, die eins sind aber auch voneinander abhängen, wie bei einer brennenden Kerze Wachs, Flamme und Licht. Wir wissen nun unser „Wachs“ zu bewahren und vielleicht zu erweitern. Das erreiche man nur durch üben, üben, und nochmals üben. Mit Meister Li‘s Hilfe wurden die Bewegungen fließender und das Qi konnte besser fließen.

Um die neue Herzform Shu xin ping xue gong 2 ging es dann am Samstag und Sonntag. Herz-Qigong II ist ein Übungssatz, den Dr. Li Xiaoqiu für die nichtchinesische Welt jetzt in Deutsch neu aufbereitet hat. Die Übungen haben sowohl präventive als auch therapeutische Wirkung gegen die so typischen Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, -niederdruck, Herzrhythmusstörungen und Koronarsklerose sowie anderen Beeinträchtigungen der Herz-Kreislaufsystems. Ebenso stärken sie Lunge, Magen-Darm-Trakt und wirken bei Hals,-Schulter- und Beinschmerzen.

Der Meister sprach über die Disharmonie von Ying und Yang. Gemäß der TCM ist das Herz ein „Feuer“-Organ und die Niere ein „Wasser“-Organ. Feuer ist Yang und Wasser ist Ying. Die Kombination von schwachen Nieren-Ying und starken Herz-Yang sei häufig die Ursache für Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen.

Die zweite Übung: Qilin (ein chinesisches Fabeltier) speit Feuer leite zu viel Herz-Yang nach außen. Diese harmonische Bewegungsfolge geht einher mit dem zischenden Laut „KE“. Und so tauchten die Teilnehmer ein in das Gefühl eines kleinen drachenartigen Tieres, dass sein Herz-Feuer nach außen speit und zischten „KE“.

Die neuen Übungen schienen zunächst einfach. Es gab aber viele Feinheiten, auf die man achten sollte. „Die rote Schwalbe kreist um das Nest“ zeigte einigen dann auch ihre körperlichen Grenzen auf. Meister Li Xiaoqiu jedoch nahm uns an die Hand und zeigte die Übung in kleinen Schritten, motivierte uns und so konnte schließlich jeder nach seinen Fähigkeiten die Übung erfolgreich lernen. Diese harmonische Atmosphäre von Geben und Nehmen beflügelte uns bis zum Ende des Seminars und so wollen wir wieder fleißig üben und freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen mit Meister Li Xiaoqiu im nächsten Jahr.